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Aufklärung. Die Reform des Philosophieunterrichts. Megjelenés alatt.


Aufklaerung

Aufklärung

    Die Reform des Philosophieunterrichts

    Ich forsche schon seit fünfundzwanzig Jahren in der Geschichte der siebenbürgischen Aufklärung und damit verbunden in der Entstehung der modernen ungarisch sprachigen Philosophie. (Bislang habe ich es nicht als meine Aufgabe betrachtet, die philosophische Ausbildung an den sächsischen Gymnasien zu untersuchen, aber das wäre auch möglich.) In meiner untersuchten Zeitspanne zwischen 1780 und 1830 verlief die philosophische Ausbildung  an fünf großen siebenbürgischen Gymnasien in lateinischer Sprache. Diese Einrichtungen mit dem Status eines Kollegs funktionierten in  den Städten Klausenburg, Neumarkt am Mieresch, Straßburg am Mieresch und Odorhellen, aber in enger Verbindung zur Ausbildung in den Kollegen aus Sárospatak und Debrecen. Anhand unserer Forschung konnte man feststellen, dass 30 Lehrer die Aufgabe der enzyklopädischen philosophischen Ausbildung bewältigt haben, die neben philosophischen Lehrfächern zahlreiche andere Fächer unterrichtet haben, von Mathematik bis hin zur Erdkunde. Ein Drittel von ihnen ist ursprünglich Pfarrer gewesen.

    Den großen Durchbruch stellte die Rezeption der Werke Immanuel Kants und deren siebenbürgische Verbreitung dar. Die siebenbürgische philosophische Aufklärung sowie die Umstellung auf die ungarische Sprache steht in eindeutiger Verbindung zur Philosophie und Morallehre Kants. Letzteres  entsprach bestens dem kirchlichen Standpunkt in der Frage der protestantischen Moral.

   In dieser Zeitperiode wurde der Unterricht an den katholischen Gymnasien von der theresianischen  Ratio Educationis geregelt. Diese wurde aber von den Protestanten stark verändert. Die Novum Studiorum Systema wurde auch von der Kammer akzeptiert. Die Analyse der Fragen zur Ratio educationis kann nicht  unsere Aufgabe sein, da diesbezüglich die Forschung schon in den Anfängen die  Wesensart des protestantischen Standpunktes geklärt hat. Das Landeskonsistorium hat schon am 20 August 1781 einen entscheidenden  Standtpunkt  in der Reformfrage angenommen, dem  weitere Anwendungen und Abbauungen folgten, aber die protestantischen Gymnasien  haben sich bemüht dem, in dem Philosophieunterricht festgelegten Standpunkt, selbst unter ihren spärlichen Bedingungen zu folgen. Die wichtigsten Wegweisungen waren folgende.

 „Was die Philosophie anbelangt, werden zeitweise neue philosophische Wahrheiten entdeckt, einige frühere, undeutlich vorgetragene werden klarer oder leichter begreifbar vorgestellt, oder es werden sicherere Definitionen erstellt. Deshalb ist es empfehlenswert immer andere Handbücher zu benutzen. Dies wird auch durch die Gewohnheit der gebildeteren Völker bekräftigt, unter denen fast jeder Professor sein eigenes Handbuch benutzt  und seine eigenen Methoden anwendet; das hemmt nicht sondern eher fördert  die Entwicklung der Literatur. Der Zuwachs  der philosophischen Wissenschaften wird nur von der Freiheit des Philosophierens gefördert; das bedarf auch keines Beweises.

Dass die völlige Gleichheit der Freiheit des Philosophierens schadet, geht auch daraus hervor, dass diejenigen der Bezeichnung Philosoph unwürdig sind, die in eine Richtung gehen in die sie gelenkt werden und nicht in die, in die sie sollten und dass sie in allem auf das Wort des Meisters schwören. Das Schicksal der Philosophie stellt das augenscheinlich unter Beweis. Denn bis die Art des aristothelischen Philosophierens die Lehrstühle so sehr eingenommen hatte, dass es  niemand gewagt hat, einen Schritt von ihr abzuweichen, ohne der Ketzerei beschuldigt zu werden, solange waren die philosphischen Wissenschaften für das menschliche Geschlecht nutzlos.

Die Einschränkung des Denkens und des Unterrichtens durch Gesetze vernichtet die Konkurrenz, bricht den sittlichen Instinkt usw. Dazu kommt noch, dass es viele Dinge in der Philosophie gibt, die auf wahren und festen Grundsätzen beruhen und deshalb von den Protestanten einstimmig akzeptiert wurden, aber die Katholiken haben sie trotzdem, oder wegen der Verbote des Papstes, oder der Konzile nicht akzeptieren können.

Die konfessionellen Unterschiede hemmen auch die perfekte Angleichung, weil die Protestanten in der Philosophie dem nüchternen Verstand  Folge leisten, die Katholiken dagegen, die Philosophie in den metaphysischen Streitfragen, in den Fragen der Naturtheologie,  nach Belieben des römischen Hofes betreiben;

Ihre Meinung über die Natur der sittlichen Freiheit, über die Wissenschaft der göttlichen Mittel, über Gottes Hilfe rechtfertigen sie mit Beschlüssen der Konzile, die in solchen Zeiten abgehalten wurden, in denen das Licht der Philosophie betrübt war; sie wollen und wagen es auch nicht, von denen abzuweichen.

Außer diesen gibt es noch viele Streitfragen zwischen den protestantischen und katholischen Schriftstellern bezüglich des Naturrechts, der Sittenlehre und Politik.  Anders denken die Katholiken als die Protestanten z.B. über das Hoheitsrecht bezüglich der kirchlichen Angelegenheiten; des weiteren über die Begriffe des Mönchtums, über die Heiligkeit des Lebens der Anachoreten, über die Toleranz den anderskonfessionellen gegenüber, über den Ketzern geleisteten Schwur. Daraus geht hervor, dass die höheren Wissenschaften, nebst konfessionellen Unterschieden, von den Protestanten und Katholiken nicht auf gleicher Weise unterrichtet werden können.”

Diese Reformvorschläge beinhalten ein wirkliches Reformprogramm für das Lehramt, und jedes Programm ist außerordentlich wichtig für die Philosophie. Im letzten Jahrzehnt des XVIII Jahrhunderts hat Immanuel Kant  seinen Vorbehalten gegenüber den Schulphilosophien Ausdruck verliehen - gleichzeitig sagte er resigniert, dass der Unterricht dieser, seien sie so wie sie sind, unentbehrlich ist, dass diese wahrhaftige Institutionen sind, die eine offensichtliche Macht über die lebende Philosophie haben.

1784 schrieb er dann eine, vielleicht die wichtigste, programatische Schrift, ein manifestartiges Konzept (Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?), in dem er - gegen die, in der Gesellschaft akzeptierten Freiheitsbeschränkung , die Gehorsam heißt - Folgendes behauptet: „Zu dieser Aufklärung aber wird nichts erfordert als Freiheit; und zwar die unschädlichste unter allem, was nur Freiheit heißen mag, nämlich die: von seiner Vernunft in allen Stücken öffentlichen Gebrauch zu machen.” [i] Das bedeutet natürlich den allgemein bekannten, freien Gedanken, aber es muss hinzugefügt werden, dass Kant selbst stets der Meinung war, dass Philosophie nur der betreiben kann, der es gelernt hat.

Die  Novum Studiorum Systema  entstand 1781, also drei Jahre vor der programatischen Schrift Kants, aber ihren Autoren durfte der Geist der neuentstandenen Reformwelle an den deutschen protestantischen Universitäten nicht unbekannt gewesen sein; es kann gut sein, dass sie von der Erkenntnis der bedrückenden Rückständigkeit der hiesigen Bildung ausgegangen sind. Deshalb müssen wir die frühen Reformvorstellungen würdigen.

Man findet thesenartig folgende Wegweisungen:

-                    in der „Entdeckung” der philosophischen Wahrheiten gibt es eine Entwicklung. Die zur Kenntnisnahme dieser und ihre Vertretung im Unterricht ist ein unentbehrlicher Schritt.

-                    es müssem ständig andere Handbücher verwendet werden, d.h. einander ausgleichende Lehrbücher, aus denen das ganze Spektrum der angenommenen Wahrheiten erfassbar ist. Damit sind aber die siebenbürger Philosophen schuldig geblieben, bis zum Auftritt von Köteles Sámuel [ii] , der sich dazu entschloss, das ganze Spektrum der Bedürfnisse abzudecken. In der Gerechtfertigung finden wir das Ideologem der Berufung auf andere, entwickeltere Völker, das seit dem Auftritt des  Apáczai Tseri János [iii] eine akzeptierte Rechtfertigungsformel ist.

-                    man findet eine wortwörtliche Berufung auf „die Freiheit des Philosophierens”. Das ist aber keine Erfindung aus der Aufklärungszeit, sondern eine, in der Theologie geläufige Formel. Die Zugänglichkeit zu Gott durch den Verstand ist ein seit Moses, über Paulus bis hin zu Meister Eckhart wiederkehrender Gedanke und er ist besonders in der kalvinistischen Richtung der Reformation eine starke Berufungsgrundlage. Der Protestantismus und der freie Gedanke sind also organisch miteinander verbunden.

-                    neben all diesem betont die Schrift, dass die völlige Gleichheit der Freiheit des Philosophierens schadet, d.h., dass es einen Meister geben muss, aber zugleich kann man nicht ausschließlich das Wort des Meisters befolgen. Diese Formulierung beinhaltet die Formel des kritischen Anti-Dogmatismus Gedankens,

-                    es wird auf die Nutzlosigkeit des aristothelischen Systems eingegangen, das keinerlei Neuerungen hat erfahren dürfen. Die Schrift hat diesbezüglich auch vollkommen Recht: in der katholischen Philosophieausbildung wurde bis Mitte des XIX Jh.s auf allen Ebenen nach dem aristothelisch-thomistischen System unterrichtet. Das hat z.B. die Integrationsmöglichkeiten der klassischen deutschen Philosophie ausgeschlossen, aber systematisch auch die Integrationsmöglichkeit der wissenschaftlichen Errungenschaften. Sie haben mit skolastischen Debatten und Vorgehensweisen das Unmögliche versucht: die Integration der Ergebnisse der Antropologie und Kosmologie.

-                    der wichtigste Teil des Programms ist derjenige, der nach deutlichen Kriterien festlegt, was in der Philosophie eine auf festen und fundamentalen Grundsätzen beruhende Lehre ist und was nicht durch Gesetze festgelegt werden kann. Der Gedanke des „Wettbewerbs” ist ein besonders schöner, die miteinander wetteifernden Lehren und Vorstellungen sind auch eine typisch protestantische, freisinnige Vorstellung

-                    nun ist es verständlich, dass die Schrift auch von der Lage des katholischen Lehrwesens handelt, von den vielen Einschränkungen, von der unseligen Rolle der Päpste und Konzile hinsichtlich der Entfaltung der freien Philosophie. (Es ist nicht unsere Absicht hier die Meinung der Autoren zu bewerten, die Zeit muss immer aus der Zeit verstanden werden. Wir können aber nicht verschweigen, dass die Rolle der Konzile in vielen Fällen durchaus positiv sein konnte: die Debatten, die Erweiterungen des Gottesbegriffes haben in vielen Fällen zur Entwicklung der theologisch-philosophischen Lehren beigetragen.)

-                    es ist eine rein protestantische Vorstellung, dass die Konzile jedes Mal zu festgelegten Lehren führen, zu Dogmen, von denen man später nicht mehr abweichen kann. Das kennzeichnet einen Denkmodus, das in die jeweilige kämpferische protestantische glaubenstreiterische Haltung hineinpasst.

-                    die Schrift stellt letzten Endes prinzipielle Unterschide zwischen der protestantischen und katholischen Denk-und Unterrichtsweise fest. Hierin müssen wir aber in erster Linie nicht mehr den kämpferischen Standpunkt des Protestantismus sehen, sondern die Rechtfertigung der spezifischen Lehrmethoden und Einrichtungen, die Loslösung von den Grundvorstellungen der Ratio educationis.

Hierin ist das wichtigste Argument der Rechtfertigung, dass die Protestanten im Grunde genommen über die Hoheitsrechte anders denken, d.h. - im Sinne von dem Teil des VI Kapitels aus Calvins Institutio mit dem Titel Über die Freiheit der Christen - dass für die Beschützung der Religionsfreiheit jedwelche Widersetzung erlaubt ist. Diese Gedanken rechtfertigen die Unterrichtsnormen, d.h., dass die glaubensschirmenden Fundamente des protestantischen Unterrichts das gesamte Gebilde bekräftigen. Die Freiheit der Philosophie, ihre Kritikfähigkeit, die Freiheit der Lehrbuchauswahl - all diese.

Auf Grund von all diesem müssen wir feststellen - ohne jeglichen anti-katholizistischen Ton - , dass die obige Schrift die normativen Grundsätze des Philosophieunterrichts mit außerordentlicher Klarheit formuliert. Es ist eine andere Frage, wieviel sie wegen der Bedingungen des Philosophieunterrichts, seiner Struktur, des Mangels an Lehrbüchern und Lehrkräften aus alle dem während des untersuchten halben Jahrhunderts verwirklichen konnten.

Unter all diesen Bedingungen hatten die  gebildeten Professoren die wichtigste Rolle, die in ausreichender Zahl da sein mussten. Das größte Hindernis im Wege des philosophischen Fachunterrichts war wahrscheinlich die Tatsache, dass die Philosophie Professoren auch die sogenannte enzyklopädische Philosophie unterrichten mussten, in die fast jede Wissenschaft hineingepasst hat. Diese Encyclopedica philosophia war in Apáczais Zeit notwendig, der die gesamte Lehrstruktur für hundertfünfzig Jahre bestimmt hat. Sie war notwendig, weil man Bildungsgrundsätze  für das sich in „Schlamm wälzende Siebenbürgen” schaffen musste.

Der Philosophielehrer konnte praktisch und hat auch jede Wissenschaft unterrichtet. Der Begriff der Philosophie als Wissenschaft der Wissenschaften (die tatsächlich jede Wissenschaft umfasst) war aber zur Zeit der Aufklärung schon überholt, als der Fachunterricht der Philosophie und der Wissenschaften in den Vordergrund kam. Dafür trat auch die  Novum Studiorum Systema ein, als sie betonte, dass man die Theologie und die Philosophie trennen müsste (hierin war das Lehrsystem aus Straßburg am Mieresch das Vorbild).

So könnte man getrennt theologische Fächer unterrichten: Methodus studii theologici, Hermeneutica sacra  bzw. Philosophien, von denen die Schrift folgende erwähnt: Historia philosophiae, Encyclopaedia philosophica et mathematica, paedagogia - aber die Aufzählung ist zu allgemein, beispielhaft.

Wir empfinden es als äußerst wichtig, dass gesagt wird: „man könnte die sittliche Philosophie auf ungarisch unterrichten”. (1781!) In der Zeit waren noch die Voraussetzungen des ungarischsprachigen Philosophieunterrichts nicht gegeben, diese sind vor allem mit der fehlenden Fachterminologie verbunden.

Im Bezug auf die zu unterrichtenden Fächer hat man die Philosphie der II. Fächergruppe zugeordnet, mit folgenden Disziplinen: logica, metaphysica, physica oder philosophia naturalis, philosophia practica, jus naturae, ethica und  politica, bzw. philosophia historiae - letzteres hätte die philosophischen Grundkenntnisse enthalten. Die Reihenfolge des Unterrichts  war folgende: Logica und psychologia, matematica und metaphysica schließlich physica und philosophia moralis.

Diese Festlegung hat den Neuerern nicht ausgereicht, so dass sie auch  den Jahres-Stundenplan des Philosopie Professors folgendermaßen bestimmt haben:

Anno I. : Logicam, Arithmeticam, Geometriam et trigonometriam, Metaphysicam;

Anno II. : Mathesis puram subl., Historia philosophiae, Philosophia practica universalis, Jus naturae et gentium;

Anno  III. : Physica experimentalis et dogmatica, Ethica, Oeconomia, Politica, Mechanicam et opticam;

AnnoIV. : Astronomia, Chronologia mathematicam et gnomoniam, Historia naturae, Architectura civile et militarem.

     Die Vorstellung folgt natürlich derjenigen Richtlinie der Ratio educationis, der nach man die praktische Ausbildung zu bevorzugen hat, aber sie pflegt auch die Elemente der traditionellen Ausbildungsstruktur. 1791 hat ein Ausschuss des Lehramtes vorgschlagen, die Zahl der Philosophielehrer nach Möglichkeit in Straßburg am Mieresch zu verdoppeln und die Geschichte der Philosophie als ein einjähriges oder längeres Studium anzubieten. (Mitglied dieses Ausschusses war auch Kovács József )

Sie haben die Wichtigkeit dieser Disziplin aus der Sicht der Denkmethoden, der Begriffsbildung, sowie der Kenntnisse der Allgemeinbildung erkannt. Dazu mag aber auch der unerhörte Vorfall beigetragen haben, der später in die Chroniken kam, aber zuerst vor eine sehr wichtige Konsistoriumssitzung und der zu einem stiftenden Ereignis wurde. Meiner Ansicht nach sind wir nicht in der Lage uns zu typologischen Grundsätzen über die sog. ungarische Philosophiegeschichte  bekennen zu können oder richtungsgebende Urteile fällen zu können.

Wenn ich nur an meinen engeren Forschungsbereich denke - der wichtigste Teil des Werkes von Sipos Pál [iv] ist unveröffentlicht, quasi unbekannt. Das Problem an dieser Stelle ist, dass wir ohne die Kenntnis des zumindest ungefähren Registers des Bekanntschafts- und Belesenheitsindexes der Lehrbücher, Bücher, des handschriftlichen Nachlasses, Briefwechsels und des Debattenmaterials nur Hypothesen aufstellen können.

Anhand unserer Forschungen lässt sich dennoch die These aufstellen, der nach Köteles eine entscheidende Rolle in der Entwicklung der ungarischsprachigen Philosophie aus Siebenbürgen hatte, in ihrer kantischen Grundform. Seine Werke schrieb er [v] im Geiste Kants, nachdem er, aufgrund von den damaligen Zeitgedanken mit mehreren Lehrergesellen eingesehen hat, dass man zum ungarischsprachigen Philosophieunterricht übergehen müsse, dessen terminologische Grundsätze erschaffend.

Er wollte nicht so sehr originelle Werke schaffen, sondern vielmehr im Unterricht brauchbare, gründliche Lehrbücher, verschiedene philosophische Fachzweige umfassend. Er erfreute sich eines großen Ansehens sowohl in den beruflichen, als auch in den kirchlichen und den weltlichen Foren. Er wurde als der siebenbürgische Aufklärer angesehen. Wenn man die Liste seiner Werke mit alledem vergleicht, was die anderen geschaffen haben, muss man einsehen, dass er bei weitem der Größte ist.

Es geht um zwei Fragen: die eine handelt von der Rolle des ergiebigen Schriftstellers Köteles in der Schaffung der ungarischsprachigen Werke. Die andere ist die, über den Spracherneuerer Köteles im Rahmen der Philosophie oder die Rolle des siebenbürgischen Philosophen in der Magyarisierung der Begriffe. Wir können uns mit den hierauf bezogenen Feststellungen von  Mészáros András für einverstanden erklären, dem nach Köteles sogar von den akzeptierten, magyarisierten Ausdrücken, die aber noch unsicher in ihrer Bedeutung waren zu den lateinischen Wortformen zurückgekehrt ist. Seine Originalität besteht nicht hierin; in diesem Fall ist er überlegt vorangegangen.

Der Nachfolger von Köteles Sámuel am Lehrstuhl aus  Straßburg am Mieresch war Csorja Ferenc. Dessen fichtesche (ungarsprachige) Grundphilosophie ist 1842 erschienen. Sein Lehrbuch hat er auf Grund von   dem heutzutage neu bewerteten und geschätzten Krug zusammengestellt, das von einem guten Verständnis Fichtes zeugt und sich auch auf Hegel und Schelling bezieht. Er durchschaut klar den kantischen Kritizismus und auch die Rolle des deutschen Idealismus im Vergleich zum dogmatischen Schlummer. Er bezeichnete sich als Vertreter des Synthetismus Systems.

Székely Mózes war Lehrer am unitarischen Kolleg. 1843 veröffentlichte er seine Metaphysik. Hier bezog er sich überwiegend auf den Kant-Anhänger Friese bzw. auf Hegel. [vi]

Die zwei letzten Schritte bezeugen schon den Anspruch darauf, dass in Siebenbürgen die ungarischsprachige Philosophie auf ihrem eigenen Weg wandeln sollte, was in der Zeit den Anspruch einer ureigenen Systemerschaffung bedeutete. Die Philosophie hätte ihren Weg auch zum Publikum und in die Salons gefunden. Diesem Weg wurde aber durch den ungarischen Freiheitskampf aus 1848-49 und dem siebenbürgischen Bürgerkrieg (der erneute Untergang des Kollegs aus Straßburg am Mieresch) für weitere 30 Jahre eine andere Richtung auferlegt.

 Dr. Péter EGYED, Professor

Universitaet „Babeş-Bolyai”

Clausenburg, Rumänien



[i] Kant, Imanuel: Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? In:http://gutenberg.spiegel.de/kant/aufklae/aufkl001.htm

[ii] Sámuel KÖTELES (177o-1831):  Studien in Wien, Jena, Göttingen. Er hat eine Hauptrolle in der Institutionalisierung Kant's Philosophie in Ungarn und Transilvanien gespielt. Erste ungarspachige Lehrbuch der Moralphilosophie (1817)

[iii] János TSERI APÁTZAI (1625-1659). Studien in Harderwijk und Utrecht . Begründer der ungarsprchigen Philosophie, Enziklopedismus und Wissenschaften im Sinne Cartesius. Hauptwerke: Disputatio de mente umana, Magyar Encyclopaedia (1655), Magyar Logikátska(1654)

[iv]   Sipos PÁL (1759-1816): Studien in Frankfurt am Oder, Göttingen und Berlin. War als Mathematiker berühmt. (Mitglied der berliner Akademie, Preis für das Studium Beschreibung und Anwendung eines mathematischen Instruments für die Mechaniker der Circulbogen, 1795) Manuskripten  im Sinne Kant's und Fichte's: Vorläufige Betrachtungen über die Philosophie (1812), Der Gang der Religion im Fortschritte der Zeit philosophisch betrachtet (1816), Summarische Deduktion der mensclichen Bestimmung (1816)

[v] „...aus dem wirklichen Sein kehrt er zurück ins praktische Sein und gibt diesem einen Sinn. Das ist eine asiatische Philosophie, und erscheint aus der Sicht der subjektiven und  komplizierten Systeme und Methoden  der europäischen Philosophie ein bisschen  vereinfacht, aber sie ist bloß anschaulich: objektiv und primitiv. „In: A magyar észjárás. Magvető Kiadó, Budapest, 1985. 415-416.

[vi] Ich muss hier darauf aufmerksam machen, dass man  viele im Unterrich bekannte Handbücher und Lehrbücher (Krug, Fries, Baumeister) und ihre ungarischen Varianten erforscht hat, schließlich sind uns diese sehr gut bekannt, trotzdem müsste man diese Frage in einem einheitlichen Rahmen besprechen. Das setzt aber eine sehr gründliche Forschung  des Bekanntheits- und Belesenheitsgrades, sowie des Benutzungsgrades voraus. Heutzutage aber arbeiten - unserer Berechnung  nach - bloß fünfzehn Forscher ständig an Themen der  ungarischen  Philosophiegeschichte.